Leserbrief zur Debatte des Bürgerzentrums

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Fakten weggelassen, Leserbrief zu L. Oldhues

"(...) Die Jubi stehe keineswegs für Vereine und allgemeine Veranstaltungen zur Verfügung (...)."

 

Wer auf  der Infoveranstaltung zum geplanten Bürgerbegehren am Montagabend erwartete, Näheres über die Vorstellungen zum Rathausneubau von Frau Oldhues zu erfahren, wurde sehr enttäuscht. Was man zu hören bekam, war: 1.Wir wollen kein Rathaus in der vorgestellten Größe 2. Wir wollen keine 10 Millionen Euro bezahlen.

Was aber wollen Frau Oldhues und Anhänger?
Die drängendste Frage, die Frau Oldhues regelmäßig wiederholte, war: „Wie sollen wir diese 10 Millionen wuppen?“ Darauf aufmerksam gemacht, dass nach Abzug von 3 Millionen Euro Zuschuss für Nordwalde nur noch 7 Millionen zu finanzieren seien, war ihr keinen Kommentar wert. In der Versammlung wurde vorgerechnet, dass eine kleinere Rathausversion auch 7 Millionen kosten würde.

Dr. R. Fischer bestätigte: „Ja, das kann man so rechnen, das wird auch wohl so sein.“ Hatte das Frau Oldhues beeindruckt? Keineswegs. Dabei will auch sie ein neues Rathaus. Nur dass das genauso teuer sein wird für Nordwalde, sagt sie nicht. „Wir brauchen kein Bürgerzentrum. In Nordwalde gibt es genug Räumlichkeiten in den Gaststätten und auch hier in der Jubi.“  Eine Teilnehmerin meldete sich, sie sei in vielen Vereinen in Nordwalde aktiv. Regelmäßig hätte sie Probleme, einen Raum für die Aktivitäten zu finden. Sie könnte allein schon zweimal die Woche  einen Raum im Bürgerzentrum nutzen. Der Vertreter der evangelischen Kirche, zuständig für die Jubi, erklärt: Die Jubi stehe keineswegs für Vereine und allgemeine Veranstaltungen zur Verfügung. In besonderen Notfällen sei man aber ausnahmsweise bereit zu helfen.

Es scheint wohl ein Notfall gewesen zu sein für Frau Oldhues, obwohl doch genug Räume da sein sollen. Einen Kommentar dazu gibt es natürlich nicht. Fakten, die nicht ins Konzept passen, werden weggelassen- abstrakte Kunst. Was aber macht sie, wenn es tatsächlich zum Bürgerentscheid kommen sollte? Irgendwann muss sie den Bürgern klaren Wein einschenken über die tatsächlichen Kosten der großen und kleinen Rathausversion, den Risiken einer weiteren Verzögerung des Neubaus, den durchaus vorhandenen  Raumbedarf für ein Bürgerzentrum. Und dass sie das alles schon vorher gewusst aber nicht gesagt hat.
Bedauerlicher Weise hat die Verfasserin des WN-Berichts über diese Aussagen und Fakten nichts berichtet.

Leserbrief: Martin Dörnhoff

Foto: Westfälische Nachrichten